Samstag, 21. Juni 2008
Alexander Kluge wird seinem Namen alle Ehre. Viele kennen Ihn vielleicht als Stimme aus dem Hintergrund beim nächtlichen Prime-Time bzw. 10 vor 11. Den Shows bei der der Fragesteller manchmal mehr zu wissen scheint als die interviewten Fachmänner.
Ich bin gerade über ein Interview mit ihm auf der Backstageparty des Deutschen Filmpreises 2008 gestoßen, das ich als eine schöne Auflockerung der regelmäßig erscheinenden 'Generation Web 0.0'-Meldungen aka "Was nochmal ein Brauser?"/ "Ich lasse mir meine Emails von meinen Sekretärinnen ausdrucken" dienen kann. Alexander Kluge ist 76 und der Mann weiß von was er spricht.
"Wir sind vom Internetfernsehen und Sie haben ja ein bisschen was über Internet erzählt. Wie ist denn Ihre Einschätzung wie sich das entwickeln wird?
Ja, also ich glaube, dass das Internet eigentlich das künftige Leitmedium sein wird. Es ist noch gar nicht durchsichtig wie man dafür größere Filme machen könnte. Und das ist auch nicht notwendig, denn das Internet nimmt ja gar nicht lange Filme, sondern es ist eine natürlich Ungeduld der Menschen, die selber was ins Netz hineinsetzen können. Und das zur Robustheit auffordert. Da entsteht nochmal die ganze Filmkunst neu. Das ist wie in der Anfangsphase des Films."
Interview auf Hobnox, im Rahmen des Kinomagazins Oh Gosh! bei 99stories.
Ich habe meinen Glauben in die nicht internetnativen Generationen noch nicht verloren. Danke, Herr Kluge.
Ich bin gerade über ein Interview mit ihm auf der Backstageparty des Deutschen Filmpreises 2008 gestoßen, das ich als eine schöne Auflockerung der regelmäßig erscheinenden 'Generation Web 0.0'-Meldungen aka "Was nochmal ein Brauser?"/ "Ich lasse mir meine Emails von meinen Sekretärinnen ausdrucken" dienen kann. Alexander Kluge ist 76 und der Mann weiß von was er spricht.
"Wir sind vom Internetfernsehen und Sie haben ja ein bisschen was über Internet erzählt. Wie ist denn Ihre Einschätzung wie sich das entwickeln wird?
Ja, also ich glaube, dass das Internet eigentlich das künftige Leitmedium sein wird. Es ist noch gar nicht durchsichtig wie man dafür größere Filme machen könnte. Und das ist auch nicht notwendig, denn das Internet nimmt ja gar nicht lange Filme, sondern es ist eine natürlich Ungeduld der Menschen, die selber was ins Netz hineinsetzen können. Und das zur Robustheit auffordert. Da entsteht nochmal die ganze Filmkunst neu. Das ist wie in der Anfangsphase des Films."
Interview auf Hobnox, im Rahmen des Kinomagazins Oh Gosh! bei 99stories.
Ich habe meinen Glauben in die nicht internetnativen Generationen noch nicht verloren. Danke, Herr Kluge.
| von yetused in Vernetzte Welt um 08:57 | Kommentieren |
nnier,
Samstag, 21. Juni 2008, 22:18
> Glauben in die nicht internetnativen Generationen
Hängt der denn so sehr daran, ob die was übers Internet sagen können - oder wollen?
"Ich lasse mir meine Emails von meinen Sekretärinnen ausdrucken" kann auch eine ganz sympathische Haltung sein.
Hängt der denn so sehr daran, ob die was übers Internet sagen können - oder wollen?
"Ich lasse mir meine Emails von meinen Sekretärinnen ausdrucken" kann auch eine ganz sympathische Haltung sein.
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yetused,
Sonntag, 22. Juni 2008, 06:04
Öhm, wie wir unser Internet benutzen dürfen hängt von den Leuten ab, die das Internet anscheinend noch immer für eine vorübergehende Erscheinung halten.
Unser Wirtschafts- und Technologie(!)minister Michael Glos benutzt keinen Computer. Er lässt sich die Emails ausdrucken, da er mit keinem PC umgehen möchte und/oder kann. Und trotzdem bestimmt er über Internetregularien mit.
Da geht es gar nicht mehr um meinen "Glauben".
Unser Wirtschafts- und Technologie(!)minister Michael Glos benutzt keinen Computer. Er lässt sich die Emails ausdrucken, da er mit keinem PC umgehen möchte und/oder kann. Und trotzdem bestimmt er über Internetregularien mit.
Da geht es gar nicht mehr um meinen "Glauben".
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nnier,
Sonntag, 22. Juni 2008, 08:01
Ah, darum geht es.
Zu der Frage, ob man nur über etwas reden und entscheiden sollte, was man im Detail kennt, gibt es ja auch ganz unterschiedliche Meinungen. Und ich bin mir nicht sicher, ob ein Landwirtschaftsminister morgens den Stall ausmisten oder ein Verteidigungsminister "gedient" haben muss. Manchmal ist eine gewisse Distanz zu den Dingen gar nicht so verkehrt, denn es besteht die Chance, dass man statt lauter Bäumen evtl. den Wald sieht.
Zu der Frage, ob man nur über etwas reden und entscheiden sollte, was man im Detail kennt, gibt es ja auch ganz unterschiedliche Meinungen. Und ich bin mir nicht sicher, ob ein Landwirtschaftsminister morgens den Stall ausmisten oder ein Verteidigungsminister "gedient" haben muss. Manchmal ist eine gewisse Distanz zu den Dingen gar nicht so verkehrt, denn es besteht die Chance, dass man statt lauter Bäumen evtl. den Wald sieht.
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merzmensch,
Donnerstag, 26. Juni 2008, 13:03
Oje, die ganzen Open Source Filme werden also ar nicht mitberücksichtigt :-)
Ich denke, unsere Filmbranche muss mal den Brauser öfters nutzen :-)
Ich denke, unsere Filmbranche muss mal den Brauser öfters nutzen :-)
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