Donnerstag, 4. September 2008


Das renommierte Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers hat ein Datenschutzproblem. Anscheinend haben alle Menschen, die auf einem PwC-Portal mal ihre Emailadresse hinterlegt haben (für Informationen, Bewerbungen oder Praktika, aber natürlich "nicht Geschäftskunden") nun ihre Emailadresse samt Passwort an chinesische Datenbanken verloren. Anscheinend hat PwC die Daten unverschlüsselt, oder zumindenst nur einfach verschlüsselt (nur im Klartext abgespeichert), bei sich auf den Servern herumliegen gehabt, so dass die findigen Chinesen schön zuschlagen konnten.

ZDF Wiso hat davon erfahren, alle Emailadressen samt Passwörter heruntergeladen und jedem einzelnen Emailadresseninhaber eine schöne lange Email geschrieben, dass er doch ab jetzt aufpassen solle, was so alles auf seinem Ebay-Konto/OnlineBank-Zugang/Youporn-Account passiere, da die Chinesen die ergatterten Daten ja schließlich monetär umsetzen wollen.

Und am Montag den 08.09 (also in vier Tagen) wird Wiso auch darüber berichten.

Alles schön und gut. Aber: Ich studiere auf der Uni Mannheim in einem Lesesaal, der neben der regulären Nummern-/Buchstabenkombi auch einen Namen hat. Der Name ist PricewaterhouseCoopers-Saal. Muss ich mir jetzt Sorgen machen? OMG.

Tags: Skandaaaal!, Skandaaaal!, Skandal um Rosie, PwC, 3 Buchstaben, WP-Unternehmen, Wirtschaftsprüfungsunternehmen, Big Four, Big 4, und andere Codewörter und Du-weißt-schon-wer-Chiffriertechniken zur Verschleierung der original Emailadressenquelle (unter anderen). Apfelsaft, Glühbirne, Rolle Klopapier.

| von yetused in Satire um 06:32 | Kommentieren |

 
Man muss wahrscheinlich jedes Jahr einen Schnitt machen: Neue E-Mail-Adresse, neue Passwörter für jeden einzelnen Account, neue Kreditkarte. Es ist viel zu einfach; wenn sich ein Datenbankadministrator (ach was, Administrator - jeder, der Lesezugriff hat) mal langweilt, sieht er sich die E-Mail-Adressen und Passwörter an und probiert genau diese Kombinationen bei den bekannten Portalen aus. Trefferquote vermutlich 30-50 %, denn wer denkt sich schon 20 verschiedene Passwörter aus?

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"... denn wer denkt sich schon 20 verschiedene Passwörter aus?"

Ich nicht. Dafür müsste ich mir dann eine Liste anlegen. Und wo wäre die dann sicher? Auf dem Computer sicher nicht (über eine Liste 'PayPal: 124356, Amazon:78910' würde sich jeder nur allzu sehr freuen.) Eine ausgedruckte Liste neben dem Computer? Die Hausdurchsuchungsleute, die dich wegen eines falsch angeschauten Youtube-Videos besuchen, freuen sich noch mehr. Im Internet selbst auf einem Server ablegen, dem du vertraust? Vielleicht. Aber man kann ja auch die "Terroristen-Methode" verwenden: im Emailpostfach in den Entwürfen ablegen. Aber nicht, wenn du einen Gmail-Account hast... ;)

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Das ist ja das Problem. Wenn man die Richtlinien für Passwörter zu streng aufstellt ("Mindestens 8 Zeichen, davon ein Sonderzeichen, eine Zahl, Groß- und Kleinbuchstaben, alle drei Monate ein neues"), dann kleben am Monitor irgendwann die gelben Haftnotizzettel.

Ihr Paypalpasswort gefällt mir und war übrigens unter den Top-Ten-Passwörtern einer Liste, die ich mir mal ansehen durfte. Weiterer Renner: "Passwort".

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