Freitag, 25. November 2005


Heute um 11 Uhr morgens klingelte es. Ich wusste sofort, dass es der Postmann war. Da Studenten um solch unchristliche Zeiten jedoch noch schlafen, und Postmänner heutzutage statt zwei mal zu klingeln, lieber eine orangerote Karte hinterlassen, schob ich meinen schnittigen Körper am Nachmittag durch den eisigen Wind in Richtung Postfiliale am Bahnhof.

Ich erlebte mein Erstes Mal. Ich hatte noch nie ein Päckchen abgeholt. Das fiel mir auf, als ich mich fragte, ob ich jetzt noch diverse Gebühren zu zahlen hatte. Doch der nette Mann mit dem lichtblauen Hemd und der schwarzen Krawatte mit lustigen gelben Posthörnern, schnappte mein Kärtchen, lief in den Lagerraum und kam mit einer riesigen weißblauen Kiste zurück. Dass sie so groß war, hatte ich nicht gedacht. Stolz lief ich mit meiner Beute nach Hause – so, dass jeder die Aufschrift BIONADE sehen konnte. Zwischendrin brachen mir zweimal die Arme ab.

Eine "kleine Aufmerksamkeit" :)

Mit sabbernden Speichelfäden schnitt ich das Klebeband auf (endlich was zum Aufreißen!) und sah mit Herzklopfen, dass sie mit noch mehr Statussymbolen gefüllt war, als ich mir erträumt hatte. Elf Flaschen feinste BIONADE-Limo ("Biologisches Erfrischungsgetränk mit Calcium & Magnesium", um genau zu sein) in den Geschmacksrichtungen Litschi, Kräuter, Orange-Ingwer und Holunder, eine original Sigg-Sportbottle Edition BIONADE, ein dunkelblaues T-Shirt mit Schriftzug ("Mich hat’s eiskalt erfrischt"), eine handvoll BIONADE-Anstecker in Form von kleinen Kronkorken (so putzig!) und ein persönlich signierter und gewidmeter Brief an mich.

Das ausgepackte Geheimnis.

Ihr fragt euch jetzt: "Wie kommt man an eine so schöne Kiste vom Geschäftsführer persönlich?"

Man geht aufmerksam durch’s Internet – oder besser gesagt durch die Bloggosphäre und gleicht den eigenen Wissensstand (ich bin aufgeklärte und gebildete Bio-Fanatikerin) mit den Behauptungen, die man in den Blogs liest, ab. In einem offiziellen Blog des Tiefkühlherstellers FRoSTA (www.blog-frosta.de) wurde behauptet, die Geschmacksstoffe in Bionade würden auf ekelerregende Weise durch vergorene Holzspäne hergestellt (was in dem Erdbeerjoghurt aus dem Supermarkt eures Vertrauens auch drin ist, Leute). Einem Unternehmen wie Bionade, das sich an strenge Bio-Richtlinien hält, solche Dinge zu unterstellen, lässt sich locker unter "Rufmord" subsumieren (und gerade von einem Unternehmen, das konventionell ist...). Deshalb habe ich die Verfasserin des Blogs auch sofort auf ihren Fehler hingewiesen und mich umgehend an Bionade gewandt.

Der Eintrag wurde von Seiten Frostas schnellstmöglich gelöscht. Inzwischen wurde die Gegendarstellung veröffentlicht und zwischen Bionade und Frosta scheinen sich sogar Geschäfte anzubahnen. :)

Ein schönes Ende.

Ich geh jetzt meine dritte Flasche öffnen. Prost!

| von yetused in Vernetzte Welt um 02:22 | Kommentieren |

 
nice.

Werde nach Bierskandalen Ausschau halten :-)

- Grussregierung.

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Starke Sache
Das nenn ich gutes Customer Relationship Management ;-)

Schreib mal ne Mail an den Shopblogger, der stellt Bionade vielleicht sogar in seinen Laden.

Ich hab mal an dm (die Drogeriemarkt-Kette) eine Mail geschrieben mit paar Fragen zu einer Produktlinie, da kam ein ellenlanger Brief und ein 5.- € Gutschein zurück, es sind oft kleine Aufmerksamkeiten, über die man sich freut.

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@weltregierung: °grunz° du meinst, das lässt isch kommerzialisieren? :)

@merkules: gell? mich hat bionade nun noch mehr als treue kundin an sich gebunden. und ich glaube beim shopblogger auch schon einiges über bionade gelesen zu haben...
jaja, dm. als langjährige karlsruherin kenn ich den laden nur zu gut. und schön zu wissen, dass die dort auch so spendabel sind ;)

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