Dienstag, 28. November 2006


... habe ich gerade in den Kommentaren zu einem aktuellen Heise-Artikel zu StudiVZ sehen dürfen. Es ging dabei um 17 aufgebrachte Männer, die es nicht verstehen können, dass sich der ReferentInnenrat der HU Berlin ReferentInnenrat nennt und von NutzerInnen spricht. Denn "da stellen sich einem ja die Nackenhaare hoch" bei diesen "geifertriefende Feminazis".

Männer Jungs, ihr seid herzallerliebst.

Ihr geht von der Selbstverständlichkeit aus, dass die Neutralform männlich ist. Nun, ich bin aber kein Student. Ich bin Studentin. Wie wäre es wenn wir auf das gnädige Binnen-I verzichten würden und "Nutzerinnen" zur Neutralform für alle Nutzer und Nutzerinnen der Welt erheben würden? Dann wüsstet ihr, wie es mir manchmal im Jahre 2006 geht, wenn ich in Formularen nur "Student" auswählen kann und mir das "Studentin" offiziell verwehrt wird.

Und ihr seid so lächerlich, und regt euch über ein Binnen-I auf. Ihr Pussies!

| von yetused in Testobjekte um 19:51 | Kommentieren |

 
Was im Rahmen dieser Geschichte von jungen Menschen überhaupt so an Meinung und Wortwahl veröffentlicht wurde, lehrt einen teilweise echt das Gruseln.

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Das Gruscheln?

Ja, in der Tat. Und wenn man bedenkt, dass die meisten Schreiberlinge auch noch Studenten sind, wird es einem gleich doppel unwohl dabei.

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hey hey, aber dieses ganze /innen geht mir echt auch auf den nerv. überall wird das unnötiger weise rangehängt. das is einfach nur scheiße, meinetwegen könnt auch jedes wort weiblich werden, aber dann bitte neue kurzformen erfinden. professorin is echt zu lang, wie wärs mit professin oder chemekin?

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Naja, aber wie die Reaktion seien würde, wenn das Weibliche als Standard gelten würde, kann man ja eben schon daran sehen, wie sie auf das Binnen-I reagieren.

Denn denen geht es ja nicht um die Lesbarkeit (die natürlich bei Konstruktionen wie LeserInnen erschwert ist), denen geht es um die "Dreistigkeit", dass "Feminazis" überhaupt auf die Idee kommen eine weibliche Form zu beanspruchen.

Ich persönlich bevorzuge auch Dinge wie "Bürgerinnen und Bürger" oder meinetwegen auch "Bürger und Bürgerinnen" vor "BürgerInnen".

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ein neuer ausläufer von maskulinismus bzw. "bubi-zismus" (die weichgespültere tarzan-variante).
man(n) könnte theoretisch die "frau" an sich abschaffen. und "männin" nennen. steht schon so in der bibel. ehrlich.

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Ich sage nur "woman".

Oder die Klitoris als "verkümmerter Penis".

(Viele) Männer denken seit jeher, sie seien die Definition des Menschen. Aber das finde ich süß.

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*hoil*
[quote]verwährt[/quote]

also [i]das[/i] trau ich nich mal der rechtschreibreform zu *iiik*

oder???

ich schalt jetzt die bildschirmin aus und geh unter den duscherich :-*

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Upsi, du hast sogar Recht. Weiß gar nicht wie ich darauf gekommen bin. Vielleicht hab ich an "verschmäht" gedacht.

Ja, schalt ihn aus. Mach ich jetzt auch.
Und träum schön von mir. ;)

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sprache entwickelt sich und das ist ein langer prozess, ich kann nicht nachvollziehen, wie man da gewaltsam eingreifen kann. das hat nix mit mann/frau zu tun, mir ist das vollkommen egal, aber die lesbarkeit wird erschwert. und wenn jemand dann noch behauptet, das wort bh ist eine diskriminierung, dann tuts mir echt leid. ;)

zumal ich auch massig frauen kenne, die das sinnlos finden. gleichstellung hat für mich auch nicht viel mit der ganzen sache zu tun, das ist notwendig, aber nicht in solchen punkten, lieber bei der lohnentwicklung etc.

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Eben, du sagst es. Sprache verändert sich. Und die Frauen Deutschlands haben erkannt, dass es eine weibliche Form zu vielen Bezeichnungen gibt. Ich bin Studentin. Früher war ich Schülerin. Ganz einfach. Das bietet die deutsche Sprache eben. Wie man(n) sich dagegen wehren kann, verstehe ich nicht.

Eine Sprache wie Englisch bietet diese Möglichkeit nicht. Da kann man nichts machen. Wenn man da jetzt eine weibliche Form zwanghaft erfinden würde, würde ich Unverständnis oder Aufruhr verstehen. Im Deutschen gibt es die weibliche Form aber nunmal. Und wie Männer versuchen uns Frauen das auch noch abzusprechen, finde ich nahezu eine Frechheit... Ist doch schon schlimm genug, dass Jahrhunderte die weibliche Form absichtlich unterdrückt wurde.

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Nachdem es ja "das Mädchen" (schlichtweg geschlechstlos!!) heißt, bin ich ja sehr dafür "das Männlein" zu jedem Heranwachsenden männlichen Geschltes zu sagen.


Das beste ist aber doch, wenn "Kerle" sich unterhalten, welche "Mädchen" sie toll finden etc. Wow - die haben wohl echt Angst vor ner Frau *lach*

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Wahrscheinlich möchtest du jetzt gar nicht wissen, woher das Wort Mädchen kommt.

Von "Mägdchen" - "kleine Magd".

Bei "das Kind" ist der neutrale Artikel genau richtig. Denn Kind kann ja beide Geschlechter haben. "Der Junge" hat natürlich seinen "der". Aber das weibliche Kind ist neutral. (Wobei wir wahrscheinlich dankbar sein sollten, dass das weibliche Kind nicht auch noch einen männlichen Artikel hat ;))

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ich rege mich gar nicht auf, mir gehts am arsch vorbei, finde es nur teils etwas lustig, wie eben das bh-beispiel. meinetwegen sollen sie überall ihr -innen ranhängen, es ist mir wie den meisten männern wurscht, ich spüre da keinen machtverlust oder so, ich tue gern alles, was für die gleichberechtigung gut ist. aber ich bitte dich doch, mal den von mir verlinkten beitrag zu lesen, wenn du das unterzeichnen würdest, würde ich mir sorgen um dich machen. ;)

mir wird hier auch sehr gezwungen zugesprochen, dass ich gegen das alles sei. es ist mir egal und ich finde es eher überflüssig. die lohnentwicklung bei frauen und ähnliche diskriminierungen gehören abgeschafft. alles andere ist für mich kleinkram. wenn es euch glücklich macht bitte, vieles ist ja ohnehin per gesetz festgelegt, aber einiges finde ich schlicht zum kopf schütteln. "dämlich ist frauenfeindlich" zum beispiel.... -___-

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Ja, ich hab mir den von dir verlinkten Text ganz durchgelesen. Aber mein Artikel da oben ist nicht deswegen entstanden, sondern einige Zeit vorher wegen den spätpubertierenden lächerlichen Kommentaren bei Heise. Bei dir bin ich nur zufällig auf ein ähnliches Thema gestoßen.

Nunja, die von dir verlinkte Autorin polarisiert natürlich. Dennoch sind ihre Gedankenanstöße interessant! Mit dem Beispiel "BH" macht sie nur deutlich, dass für weibliche "Dinge" meistens Euphemismen oder andere nette Umschreibungen/Abkürzungen erfunden werden, um nicht so schändliche Wörter wie "Büste" oder "Brust" in den Mund nehmen zu müssen. Da hat sie schon Recht und regt zum Denken an. Sie ist entlarvend und das ist wichtig.

(Siehe auch das Beispiel "Scham" für den weiblichen Schambereich. -> Schamlippen, Schambein, Schamhaare. Beim Manne nur Schamhaare, dann schon Penis und Hoden und nicht etwa Schamglied und Schambeutel.)

Achja, hier der Text/die Rede der Autorin für etwaige Mitleser.

Und ich behaupte ja nicht, dass du dich darüber aufregst, oder frauenfeindlich bist ;) Die Diskussion ist aber allemal interessant.

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Woher sich das Wort "Mädchen" ableitet, weiß ich schon sehr lange. Braucht auch nicht wirklich viel Grips um das selbst rauszufinden : )
Abgesehen davon hab ich allein des Geldes wegen die meiste Zeit mit der dt. Sprache (und ihrem Sexismus) zu tun.
Da ist "Mädchen" eines der erste unübersehbaren Wörter, mit denen sogar jedeR Deutschlernende konfrontiert wird.

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'Neusprech'?

Ich als Mann suche meine geschlechtliche Definition nicht über die Sprache. Arme Frauen, welche das offenbar so nötig haben... - zum Glück sind das bei weitem nicht alle, sondern nur die lautesten ;-)

just my 5 cents

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Eher Altdeutsch.
Arme Männer, die Frauen die weibliche Form absprechen wollen. Was die deutsche Sprache seit jeher hergibt, soll man nutzen. Das mag Männern nicht passen, ist mir aber auch egal.

Ich finde es schön, wenn sich Männer selbst entblößen.

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Kein weiterer Kommentar notwendig *brüll*

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Um mal dort einen anderen Aspekt zu streuen: Im Bericht des sächsischen Datenschutzbeauftragten aus einem der letzten Jahre stand auf einer der ersten Seiten sinngemäß:

"Wir sollen froh sein, daß die deutsche Sprache die wunderbare Möglichkeit bietet, zwischen biologischem Geschlecht (Sexus) und grammatischem Geschlecht (Genus) zu unterscheiden. Dieser Text macht von dieser Möglichkeit Gebrauch, indem das grammatische Geschlecht der jeweiligen Substantive zum Einsatz kommt, ohne daß damit Rückschlüsse auf das biologische Geschlecht von Menschen zu ziehen sind, die sich eventuell dahinter verstecken."

Ich finde das treffend, insbesondere bei Worten wie "Nutzer". Aus Sicht des Software-Entwicklers: "Nutzer" ist etwas, das einen Dienst, ein System, ein was-auch-immer "verwendet", eben "benutzt". Das kann wahlweise ein Mensch (beider Geschlechter), oder aber auch ein automatisiertes anderes System sein. Das Substantiv "Nutzer" ist nunmal grammatisch männlich und bezeichnet eher eine "Rolle" aus Sicht des Systems denn wirklich notwendigerweise einen "Nutzer" (biologisch männlich) bzw. eine Nutzerin (biologisch weiblich) zu meinen.

Ich will ja niemandem das "I" oder die "-in" - Form absprechen und halte Aussagen wie "Feminazis" für reichlich daneben... Allerdings glaube ich, daß das Thema Gleichberechtigungen interessantere Aspekte und Betätigungsfelder bieten sollte als nun gerade dieses. ;)

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