Montag, 9. März 2009


"Herzlichst Gluckwuensch zu gemutlicher Weihnachtzkerze Kauf. Mit sensazionell Modell GWK 90191 (ein beleuchtbarer Anstecker). Sie bekomen nicht teutonische Gemutlichkeit fuer trautes Heim nur, auch Erfolg als moderner Mensch bei anderes Gesleckt nach Weihnachtsganz aufgegessen und laenger, weil Batterie viel Zeit gut lange. Zu erreischen Gluckseligkeit unter finsterem Tann"

[spiegel ]

| Mme yetused in Delirium um 16:11 | (0 Kommentare) | Kommentieren|


Mittwoch, 24. September 2008


Ich brauche ein Videoschnittprogramm.

Das nicht Movie Maker ist
Das Freeware ist
Das auf Windows läuft (duh)

Da muss es doch irgendwas dummes, kleines geben.

| Mme yetused in Delirium um 23:12 | (5 Kommentare) | Kommentieren|


Donnerstag, 28. August 2008


Mir ist gerade beim Durchlesen von Buchempfehlungen auf The Guardian durch den Kopf gegangen: Wenn Briten ein englischsprachiges Buch lesen, das sagen wir von einem Amerikaner geschrieben wurde und die Geschichte eines amerikanischen Pärchens beschreibt, und dieses Pärchen unterhält sich dann im Laufe des Buches etc., geht der Brite dann aus seinem Akzent heraus, oder liest er das ganze Buch auf "Englisch"? Wir Deutschen würden bei einem Buch eines österreichischen Autors ja trotzdem "deutsch" in unserem Kopf reden, obwohl der das ja gar nicht deutsch geschrieben hat, sondern immer Österreichisch im Kopf hatte.

Das ist ja krank. Das verzerrt ja das ganze Buch. Wo kommen wir denn da hin? Waaaaaaah!

| Mme yetused in Delirium um 03:44 | (4 Kommentare) | Kommentieren|


Freitag, 6. Juni 2008


I woke up at dawn, headed to the toilet – it happened just like that
Found a girl lying in a daze, in the hallway
I noticed her dress was soaked with blood
or was it just red champagne?
"Sugar, I see you're somehow stuck here right along the way"

I reached under her, I really wasn't up to anything bad
I took her in my arms and laid her down on the couch
And she had a dream about if someone would be so kind
as to bring a little more blood
or a glass of red champagne

To me it really doesn't matter
But the colour, make it red
Like the bottom of the sky at dawn
Let all be red

So I pulled myself together
and schlepped to the nearest shop that was open,
Took a bottle of French champagne off the shelf
When I returned I saw the girl was dancing
in the middle of the room with a knife
I offered her the champagne and then she said

"To me it really doesn’t matter
But the colour, make it red
Like the bottom of the sky at dawn
It doesn’t really matter
Let it all be red"

The Sun and the Moon explodes
and the sky’s tearing apart
right above our heads
How many times do I have to tell you?
Hey, baby, that is quite enough!
Hawks with golden bills circle above us
This must be the end
To me it doesn’t really matter
But the colour, make it red
Like the bottom of the sky at dawn
It doesn't matter
Let it all be red

| Mme yetused in Delirium um 01:38 | (0 Kommentare) | Kommentieren|


Mittwoch, 5. März 2008


Lieblingsdämon und Göttergatte ist ein Netznomade, der alle paar Zeiteinheiten seine Webpräsenz (vulgo: Blog) löscht. Seine Früchte löscht, das Template dazu. Sich einige Wochen später an ein neues Design setzt, den Phönix neu auferstehen lässt und einige Monate später wieder da ist. Da seine Hände aber trotzdem schreiben und auf Computern gefundene Kleinode wie Folgendes einfach zu rantig gut sind um sie nicht in die Welt hinauszuschreien, wird meine Präsenz nun zur Veröffentlichung dienen:

Klingeltöne, Lieferdienste für individuelle Kleidung, Lieferdienste für individuelle Musik, für all die Dinge, die jedem etwas sagen und die jeder braucht.
Individuum. Stetig, gleich, austauschbar, langweilig, so wie Sie und ich.
Nur eine weitere Position in einer Reihe von aufsteigenden Nummern, die beim Überschreiten einer kritischen Zahl wieder bei eins beginnen kann, weil die Eins irgendwann umfällt, binär, Spannung weg, keine
Informationen werden mehr produziert, das Ende der Individualität.

Genau dieses Ende wäre etwas wunderbares, wenn es eben nicht individuell sein müsste; anonymer Datenverlust, ein entleerter Cache, vielleicht bleiben die Cookies auf irgendwelchen Platten, irgendwo verscharrt, bis sie ablaufen, und man vergisst, dass dieses eine Cookie überhaupt erst gesetzt worden ist und das System fährt einmal drüber und das war es dann.

Alles was bleibt, ist die Suche nach diesen Daten in einem Reinraum. Aber bis dahin haben wir zu feuern, Informationen auszuschütten, eine Wolke von Daten umgibt uns, wir schwitzen Megabytes an Informationen über uns selbst aus, kotzen unsere hochansteckenden Meme nach dem Genuss von zu viel ungefilterten Daten in irgendeinen Thread und ziehen weiter.

Wir haben unsere Zähne durch unsere Maschinen ersetzt, wir töten zeilenweise, ständig im Stream, den wir selbst erzeugen, alles mit Tags versehen, wir haben
unsere Pheromone durch unsere Cookies und durch unseren Browserverlauf ersetzt, wir pissen nicht mehr an Bäume, sondern setzen Trackbacks.

Kilroy was here.

Nein, unsere Enden müssen zelebriert werden können, das Cookie zu der Site, die es nicht mehr gibt, ist noch nicht abgelaufen, wir können uns noch daran erinnern, wir loggen uns in unseren eigenen Webdrive ein, ein Sammelsurium aus unseren Daten und den Daten anderer.
Von mir aus auch gerne Erinnerung.
Wir müssen zu Grabsteinen gehen können, um dort den zum Schweigen gebrachten Feed zu betrauern; wir betrauern nicht den Ersteller, wir betrauern uns selbst, da wir plötzlich nicht mehr darauf zurückgreifen können, was jemand anderes so alles an tollem Scheiß von sich gegeben hat.

Die nach uns werden uns nicht kennen, die vor uns kannten uns nur in unserer körperlichen Form, wir sind keine Netznomaden mehr, kein einfaches fahrendes Volk, dass von einem Internet- Jesus zum nächsten pilgert, um dann auch diesem zu sagen, dass seine Daten von früher, von damals, also von letztem Donnerstag, besser waren als die, die er oder sie oder es oder irgendwer mittlerweile in seiner eigenen rekursiven Prostitutions- und Stripschleife produziert; wir sind, und hier bediene ich mich der Worte, der Terminologie, des Lexikons des Post- und des Transhumanismus, wir sind Infomorphe.

Wir sind digitale Geister, wir sind unsere eigenen Träume, zusammengewürfelte Konstrukte aus unseren eigenen Wünschen und Elementen anderer Individuen, so individuell wie ein Template, das man sich ausgesucht hat, weil es zu einem passt; ein Template, das so ziemlich zu jedem passen könnte, auf dem Massenmarkt der Daten sind wir daheim, wir haben keine Meinung, keine festen oder fixen Einstellungen, alles ist Custom- Einstellung, in einem begrenzten Rahmen, natürlich, Individualität ist Konformität, um halbwegs verwirrend zu sein und zu bleiben, Logik ist hier fehl am Platz, heute ficke ich deine Mutter und begrüße dich am Frühstückstisch, morgen bin ich wieder Jungfrau und nächste Woche ist nicht Teil meines Lebens.

Logik? Kann man das per CSS anpassen, kann man das herunterladen und cracken? Wen interessiert das denn noch? Logik. Pf.

Das wirklich wunderbare an unserem System ist, dass es flüchtig und gebunden an Datenträger ist, an Informationsträger, die mehr als nur unbeständig sind; wenn das System ausfällt, irgendein System, irgendein Speicherbereich, dann sind unsere Daten weg.

Dann hat es uns nicht gegeben. Dann hat es uns nie gegeben.

Die Archäologen der Zukunft werden nichts über uns in Erfahrung bringen können, da wir Dateiformate verwendet haben werden, die deprecated gewesen sein werden, während sie nach wie vor mit Todeslasern und Reinkarnationsmatrizen um die Wette existieren oder einfach nur Dinosaurierknochen ausgraben.

Und wir werden, vielleicht, wenn wir unsere Daten in Stein meißeln, in einem Atemzug mit Hochkulturen wie den Römern, den Azteken und den Dänikens genannt werden.

Ganz einfach weil man unseren MBR nicht auslesen können wird. Von den anderen Zylindern will ich gar nicht erst anfangen.

Und in der Zwischenzeit haue ich raus, was an Daten noch geht, bevor man mir alle Hähne zudreht und ich nicht mehr besoffen genug sein kann, um den ganzen Scheiß zu glauben, den ich vorgesetzt bekomme, der anscheinend mich als Individuum durch vorgefertigte individuelle Templates hervorhebt, auszeichnet, befreit, mir in den Arsch fickt und mir ins Ohr raunt, dass ich etwas besonderes bin.

Bin ich nicht, meine Daten ähneln den Daten eines anderen.

Und im Zweifelsfall blutet Ihr von 4chan gesetztes Cookie in ihr Gehirn hinein, in Ihre biochemische Festplatte und auch Sie sagen desu nigra MOAR!
Und ich sage Kill it with fire.

Und ich kenne Ihre Daten und Sie kennen meine Daten.
Und wir stellen fest, dass das, was wir beide, Sie und ich, tun, relevant für unsere ach so individuellen Interessen ist.

© Wedge Faraway, 31.12.2007, gefunden auf White Swan, übertragen durch Black Swan

| Mme yetused in Delirium um 01:05 | (0 Kommentare) | Kommentieren|


Dienstag, 19. Februar 2008


Städte sind wie Models. Models, die eine eigene Marke besitzen. Es gibt Skyline-Hochglanzfotos, Städte-Starfotographen, Retuschieren am Computer. Da ein Lichtchen, hier ein Färbchen, da ein kräftigeres Orange, und schon kann das Bild gedruckt werden. Die Stadt muss "für was stehen", einen Claim haben, Wiedererkennungswert, Marktwert. Ein eigenes Marketingzentrum hat sie, und bei jenem Event ist die Stadt Sponsor. Aber wehe sie sieht nicht hübsch aus und ist herzeigbar. Ansonsten gibt's ein neues Reinigungs- und Entschlackungsprogramm und bei dem letzten Fotographen hat man immer so viele alte Leute im Hintergrund gesehen! Weg damit! Die alten Leute, die Mülleimer, der Krankenhausblock, wer braucht denn so ein Gerümmel? Macht da mal sauber.

| Mme yetused in Delirium um 19:03 | (0 Kommentare) | Kommentieren|


Freitag, 5. Oktober 2007


Lust auf ein schlemmendes Frühstück. Lust auf Grapefruits mit Zucker, auf gebackene Bohnen, auf belegte Sandwiches mit Gurke und Bierschinken, auf aufgewärmte kalte Pizza, Malzbier, Früchtetee und Orangensaft mit Mineralwasser. Auf Bio-Quark mit Blaubeeren und weichen Körnern drin, auf grünen Tee mit Kandis und einen Schluck schwarzen Tee mit Milch (3,8% Fett). Auf mich, auf dich, auf alles. Und die Läden machen erst in 5 Stunden auf und schlafen muss ich auch noch.


Und wer ist schuld?
Jon Huck mit seinem elendigen Breakfast Project, bzw. Herr Kid.
Screw you.

| Mme yetused in Delirium um 04:08 | (1 Kommentar) | Kommentieren|


Donnerstag, 23. August 2007


Zieht der nette studentische Nachbar mit dem Router weg, hat man plötzlich kein Internet mehr. Das schmerzt richtig. Ein kleines Minus (obwohl es auch temporär ein größeres gibt, das allwöchentlich wiederkehrt und süßlich im Herzen zieht), das niemand ausgleichen kann. Keine Verbindung zum Netz steht für mich gleich mit Informationsdefizit, Erheiterungsentzug, Kommunikationsstillstand und Nonsenserlösung. Süßer, kleiner Nonsens. Lästern und entspannen. Keine kleinen Geschichten von Fremden mehr, die man als Snack in das nach Gefühlsanregungen dürstende Gemüt speist, keine Freude über fremde Freude, keine Partizipation der Belanglosigkeiten, kein Kulturhopping, kein rumtrüffelessendes und apfelsafttrinkendes Echauffieren, kein entspanntes Einschlafen, weil man wieder die Erkenntnis hatte, dass ja doch noch alles so ist, wie man es schon kannte.

Kein Buntes, kein Melancholisches, kein Ersetzerisches.

Und im Gesprochenen interessiert sich keiner für meine Neologismen.

| Mme yetused in Delirium um 16:18 | (2 Kommentare) | Kommentieren|


Montag, 30. Juli 2007


Leeren Tatendrang verspühren. Einloggen. Langweilen. Orangenwasser trinken. Langweilen. Telefonieren. Wieder langweilen. Bitterschokolade mit Limone und grünem Pfeffer essen. Langweilen. Fernsehapparat anschalten. Langweilen.

Sich sehnen.

Neckarufer. Blaugrünes Wasser. Wasserbetten. Exotische Getränke. Sommerwärme. Wiesenduft. Brombeeren.

Seufzen.

| Mme yetused in Delirium um 21:27 | (2 Kommentare) | Kommentieren|


Montag, 28. Mai 2007


Ein Ölbad nehmen. Solange es noch regnet und düster ist. Solange die Eichen noch weinen und die Lampe dunkelgelb erscheint. Solange ich nicht neugeboren bin.

| Mme yetused in Delirium um 16:39 | (0 Kommentare) | Kommentieren|